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Arbeiten in Dubai – Starthilfe

By on 2. Februar 2016

Du willst gerne in Dubai arbeiten, weißt aber nicht wie oder wo du anfangen sollst? Damit stehst du nicht alleine da! Wöchentlich bekomme ich Emails von jungen Leuten die gerne in Dubai arbeiten möchten, aber nicht wissen wo man ein Visa herbekommt oder wie man überhaupt einen Job in Dubai findet. Aber das ist kein Hexenwerk und es gibt natürlich für alles eine Lösung. Da ich kürzlich auch gefragt wurde, was man denn in Dubai machen kann, möchte ich zunächst auch darauf eingehen.

Was kann ich in Dubai arbeiten?

Als was du in Dubai arbeiten kannst hängt natürlich zu allererst von deiner Ausbildung bzw. von deinen Qualifikationen ab. Grundsätzlich kann man sagen das es in Dubai all die Job’s gibt, die es wo anders auf der Welt auch gibt. Abgesehen natürlich von Spezialjobs welche zum Beispiel von einer bestimmten Region oder ähnlichem abhängig sind. Aber egal ob du Krankenschwester, Mechaniker oder IT-Spezialist bist, in Dubai wird auch das alles gebraucht. Man sollte sich gerade als Europäer oder speziell als Deutscher nicht allein auf seine Nationalität verlassen. Auch in Dubai wird auf Qualifikationen und beinahe mehr noch auf Berufserfahrung geschaut. Man sollte also auch einiges vorzuweisen haben. Ansonsten kann man dan beim Gehalt vielleicht nicht die gewünschten Ansprüche durchsetzen. Allerdings kann man sich bei entsprechende Leistung auch ziemlich schnell hocharbeiten.

Wo finde ich einen Job?

Man kann sich nun einfach ein Flugticket kaufen und nach Dubai fliegen, um dann vor Ort nach einem Job zu suchen. Das kann zwar sehr interessant sein, es kann aber auch in Stress ausarten. Da man ja nicht weiß, welche Firma was sucht. Und zum Ende hin hat man dann mit hoher Wahrscheinlichkeit Zeitdruck. Am besten man informiert sich vorher wo gesucht wird. Dazu kann man über Jobportale wie dubizzle.com, headhunter-dubai.com, jobsindubai.com, stepstone.com oder bayt.com gehen. Aber auch Karriereseiten wie LinkedIn oder vielleicht auch Xing können hier weiterhelfen. Sollte man dennoch nichts finden, kann man auch bei Facebook nach Gruppen suchen, dort werden auch gelegentlich Job’s angeboten. Eine weitere Möglichkeit sind die Karriereseiten der verschiedenen Firmen. Mitarbeiter mit Auslandsbereitschaft werden auch immer wieder gesucht.

Wie komme ich nun nach Dubai?

Hat man eine Firma gefunden so ist dies der einfachste Weg. Da sich die Firma nun um ein Arbeitsvisa kümmern muss. Auf eigene Faust ein Visa für Dubai zu bekommen ist nicht möglich, man benötigt immer einen Bürgen, auch Sponsor genannt. Auf diese Weise wird die Einwanderung überwacht. Somit ist es auch kaum möglich Gelegenheitsjobs zu finden. Vor allem aber auch da asiatische Arbeitskräfte meist für einen Bruchteil von dem arbeiten als es europäische Arbeiter tun würden. Will man als Freelancer tätig sein, benötigt man eine „Trade License“ mit der man dann auch das Aufenthaltsvisa (Residence Visa) bekommt. Dies soll auch verhältnismäßig schnell gehen, also innerhalb von 2 Wochen. Da sich die Visabestimmungen auch schnell ändern können, sollte man sich vorher, vor allem wenn man auf eigene Faust nach Dubai reist, unbedingt bei öffentlichen Stellen über die aktuelle Lage informieren. Der sicherste Weg ist auf jeden Fall über ein Unternehmen.

Das hat auch den Vorteil das man leichter an eine Unterkunft und den Transport dorthin kommt, da dies meistens, je nach Position, vom Unternehmen gestellt wird. Es kann aber auch sein das dafür extra Spesen gezahlt werden.

Baustelle-Dubai_2

Die Arbeitsverträge entsprechen dem internationalen Standard. Arbeitsbeschreibung, Leistung und Entlohnung sowie eben die Spesen werden darin geregelt. Genauso wie Kündigungsfristen und Bedingungen. Kündigungsfristen liegen meist zwischen einem und bis zu drei Monaten. Oft wird auch eine Abfindung gezahlt, welche aber bei den „normalen“ Jobs nur einen Monatsgehalt beträgt. Es kann in manchen Verträgen eine Klausel geben, die besagt, dass das Arbeitsverhältnis nur zustande kommt wenn alle Genehmigungen erteilt werden. In diesem Falle sollte man sich vorher gut informieren ob man diese auch alle bekommt. Auch gut informieren sollte man sich über die Möglichkeit den Arbeitgeber zu wechseln. Also den Arbeitsvertrag genau lesen, nicht das einem im Falle eines Wechsels unnötig Steine in Form von Wartefristen in den Weg gelegt werden. Es ist ohnehin nicht einfach, da man das Visa neu beantragen muss. Für den reibungslosen Wechsel benötigt man dann von seinem Arbeitgeber eine Bestätigung das dieser keine Einwände hat, einen so genannten „letter of no objection“ (NOC).

Hat man ein Unternehmen gefunden, das Visa bekommen und ist in Dubai angekommen, muss man sich einem medizinischem Test unterziehen. Dabei werden die Lungen geröntgt und ein Bluttest gemacht. Letzteres hauptsächlich um auf HIV zu prüfen. Ein positiver HIV Test führt zum Landesverweis.

Was verdient man?

Das kommt natürlich immer auf die jeweilige Stelle und das eigene Verhandlungsgeschick an. Grundsätzlich kann man sagen, dass das Basisgehalt dem der westlichen Länder entspricht. Allerdings gibt es häufig, vor allem bei Dienstleistungsjobs, noch Zuschläge für Unterkunft und Transport, wenn das nicht sowieso gestellt wird. Also bleibt am Ende mehr übrig.

Man sollte sich aber keinen Illusionen über die Arbeitszeiten und den Arbeitsbedingungen hingeben. Gerade im Dienstleistungssektor sind Arbeitszeiten von bis zu 50 Stunden pro Woche normal. Bei Hotel- und Gastronomiejobs  kann auch eine 6-Tage-Woche möglich sein. Auch bei den Urlaubstagen sollte man genau lesen. In meinem Fall waren es 30 Kalendertage, nicht Werktage. Also hat man ca. 4 Wochen statt 6.

Wenn man dann noch in Sharjah wohnt, muss man zur Arbeitszeit auch noch die nicht unerheblich Fahrzeit dazurechnen. Eine Stunde pro Strecke ist da schnell weg. 2 oder 3 sind auch nicht ungewöhnlich. Also bleibt von einer Arbeitswoche meist nicht allzu viel Zeit übrig. Und es können auch noch Überstunden dazukommen, dem sollte man sich im klaren sein! Dafür können natürlich Strand, Palmen und tolle Clubs am Wochenende etwas entschädigen ;-).

Man sollte sich bewusst sein das auch Gesetzverstöße, welche in der Freizeit erfolgen, Auswirkung auf den Arbeitsvertrag haben können. Der Arbeitgeber kann auch bei Straffälligkeit kündigen. Darüber hinaus sollte man sich auch bei anderen Angelegenheiten genau überlagen ob und wie man sich mit seinem Arbeitgeber „anlegt“. Da die Unternehmen alle in arabischer Hand liegen bzw. diesen Rechenschaftspflichtig sind, hat man hier als Arbeitnehmer oft schlechte Karten. Das bedeutet natürlich nicht das man keine Rechte hat. Aber das Arbeitsrecht ist bei weitem nicht so Arbeitnehmerfreundlich wie in den meisten europäischen Staaten!

Ich muss aber sagen, auch wenn einiges nicht so rosig klingt, sollte man nicht negativ denken! Ich habe die Zeit in Dubai sehr genossen und denke gerne daran zurück! Also nur Mut!

Wenn du Fragen hast kannst du mir gerne schreiben. Ansonsten freue ich mich wenn du meinen Blog weiter empfiehlst.

 

Gruß,

Matthias

 

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2 Comments
  1. Maria

    13. Januar 2017

    Bist du da ?? Hab mal eine Frage

    • Matthias

      Matthias

      14. Januar 2017

      Hallo, klar bin ich da 🙂

Comments are closed.

Matthias
Germany

Hallo, du interessierst dich für Dubai? Ich habe drei Jahre dort gelebt und gearbeitet. Um dir einen kleinen Einblick zu geben oder vielleicht sogar den Start zu erleichtern habe ich diesen Blog geschrieben. Viel Spaß beim lesen.

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